Sharehoster im Kreuzfeuer des Urheberrechts

Sharehoster trifft die Rechtsprechung zum Urheberrecht besonders hart. Von Uploaded.net habt ihr sicher schon gehört. Was bedeutet das für die Web-Dienste?

Ein Nutzer lädt einen Inhalt, z.B. ein Video, beim Sharehoster hoch. Das Video entpuppt sich aus urheberrechtswidrig. Der Rechteinhaber weist den Sharehoster höflich auf den Verstoß hin. Der Sharehoster entfernt das Video. Doch 2 Tage später macht es schon wieder beim Shareshoster die Runde.

Ab da wird der Diensteanbieter schadensersatzpflichtig. Nach dem Hinweis des Rechteinhabers muss er nämlich nicht nur das Video löschen – er muss auch dafür sorgen, dass das urheberrechtswidrige Objekt nicht wieder auftaucht. Der Sharehoster muss den Stein des Anstoßes für immer aus seinem Umkreis verbannen, damit es nicht einmal in die Nähe seiner Server kommt. Zumindest muss er wirksame Maßnahmen treffen, um den rechtswidrigen Inhalt von sich fernzuhalten. Wie weit er dabei gehen muss, steht im Moment nicht genau fest.

Löscht der Sharehoster das Video nur, ohne Maßnahmen gegen das Wiederauftauchen zu treffen, ist er dem Rechteinhaber ausgeliefert. Das Urheberrecht schlägt mit voller Wucht zu.

Eure Meinung? Würde mich interessieren!

 

Eure Julia

 

Ein Gedanke zu “Sharehoster im Kreuzfeuer des Urheberrechts

  1. Das ist so, als würde man den Autohhändler oder den Hersteller verklagen, wenn der Fahrzeugbenutzer einen Unfall baut, oder illegale Rennen fährt.

    Man installiert per Gesetz also eine „privatrechtliche Instanz“ um Zensur zu betreiben und sanktioniert das gleich mit Strafen, wenn diese Zensur nicht funktioniert. Diese Zensur wird, kann nicht, funktionieren. Das ist im Prinzip die Vernichtung eines Geschäftsmodells.

    Das Urheberrecht ist nicht mehr zeitgemäß und funktioniert in der digitalen Welt sowieso nicht. Und daß der Staat die Zensur- und Kontrollinfrastruktur in die Privatwirtschaft auslagert ist noch bedenklicher. Von wegen „eine Zensur findet nicht statt“ – genau das passiert längst über Umwege. Der Artikel 5 GG ist Makulatur und war es schon mit der Installation der „Freiwilligen Selbstkontrolle“.

    Hadmut Danisch hat das mal aufgedröselt:
    http://www.danisch.de/blog/2016/03/05/flucht-ins-privatrecht-anruf-aus-dem-bundesjustizministerium/

    Gefällt 1 Person

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