Blockchain-Projekte: Der Mehrwert

Hallo an alle und willkommen im Frühling! Ich sitze mit meinen Jungs gerade an einem Blockchain-Projekt. Wir fanden, es wird Zeit für unsere erste eigene Blockchain-Anwendung. Wenn es aber Blockchain sein soll, dann braucht es einen blockchainspezifischen Mehrwert. Was macht diesen Mehrwert aus?

Viele Projekte – wenig Nutzen

Es gibt mittlerweile viele Blockchain-Projekte, an denen diverse Startups, etablierte Unternehmen und IT-Firmen tüfteln. Ich habe mir ein paar Beispiele angeschaut. Ich hatte den Eindruck, vielen Projekt-Initiatoren geht es mehr darum, etwas zu kreieren, was unter der Marke „Blockchain“ firmiert, als darum, einen Mehrwert zu schaffen, der speziell aus der neuen Technologie resultiert.

So sehe ich z.B. keinen blockchainspezifischen Mehrwert, wenn eine Anwendung dieselbe Funktion erfüllt wie eine einfache Datenbank – nur eben über eine Blockchain. Im Gegenteil, die Anreicherung der Datenbank um Blockchain-Elemente verkompliziert die Sache unnötig. Die Datenbank lässt sich nachträglich nicht bearbeiten, es sammelt sich „Müll“, der Datenbestand auf den beteiligten Rechnern schwillt an, es gibt immer weniger Teilnehmer, die bereit sind, das Ungetüm auf ihrem Rechner zu speichern. Und je weniger Full-Node-Rechner, desto weniger Sinn hat die Blockchain.

Blockchainspezifische Vorteile

Eine sinnvolle Blockchain-Anwendung hat mindestens zwei Elemente. Erstens: Die in der Blockchain gespeicherten Inhalte müssen durch rückwirkende Unveränderbarkeit eine erhöhte Qualität erfahren, die Anwendung also den Charakter einer nicht manipulierbaren Dokumentation haben. Zweitens: Die Anwendung muss sich von der Aktivität der am Peer-to-Peer-Netzwerk beteiligten Teilnehmer nähren, sie muss also davon leben, dass zahlreiche Beteiligte und nicht etwa nur eine einzige zentrale Stelle bei der Fortschreibung der Dokumentationskette gestalterisch mitwirken.

Ist die nachträgliche Unveränderbarkeit der Dokumente und Daten irrelavant, kommt eine Blockchain nicht in Betracht. Auch nicht, wenn eine nachträgliche Selektion sinnvoll erscheint, um eine quantitative Ausuferung zu vermeiden oder um eine erhöhte Qualität der Sammlung herzustellen. Das ist vor allem der Fall bei Dokumenten, deren Nutzwert für die Zukunft schwer abschätzbar ist, etwa bei E-Mails, wenn sie nicht nach Nutzwert gefiltert werden.

Soll eine zentrale Stelle für Dokumente oder Daten verantwortlich sein und als einzige Änderungen oder Ergänzugen vornehmen können, dann ist eine Blockchain in der Regel ebenfalls nicht notwendig. Wenigstens ein gemeinsames, die Beteiligten verbindendes Interesse ist erforderlich, und sei es nur das Interesse an einer erhöhten Manipulationssicherheit der einseitig verwalteten Datenbank.

Kommentare, Anregungen, Kritik?

Eure Julia

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